Bewegender Festgottesdienst in der Kirche von Heiligkreuz

Das war ein schöner Festgottesdienst! Unser “altehrwürdiges Kirchlein von Heilig-kreuz”  feiert den 775sten Geburtstag. Die Bezirkskirchenrätinnen Hanna Beckemeier und Anja Blänsdorf bestätigten in einem Grußwort der Dekanin: „Es gibt im Bezirk keine Kirche, die älter ist.“

Quelle: Martina Ade

So kam auch die 10jährige Viktoria Seyrich mächtig ins Staunen: “Kaum zu glauben, dass es diese Kirche schon gab, als Martin Luther noch gar nicht geboren war.” Sie war die erste und jüngste, die erzählte, welche Erinnerungen sie mit diesem besonderen Ort verbindet: das Fest ihrer Taufe, die Hochzeit der Eltern, die Konfirmation ihres Bruders, die Kindergottesdienste mit Freundinnen und Freunden. Ihr größter Wunsch sei es, dass ihre Eltern eines Tages sogar die Goldene Hochzeit in dieser Kirche feiern.

Auch Sarah Rückert, die Obfrau des Kirchenchors, kann sich ein Leben ohne die Heiligkreuzer Kirche nicht vorstellen. Sie sei wie ein Tor zum Glauben, der Mut mache und Trost spende.

Und Trost hatten manche Gottesdienstbesucher an diesem Sonntag ganz besonders nötig: Die Familie und Freunde des 19jährigen Pascal zum Beispiel, der bei einem tragischen Motorradunfall ums Leben kam und wenige Tage zuvor auf dem Friedhof von Heiligkreuz beerdigt wurde.

Annette Knopf fand die richtigen Worte: Für mich ist diese Kirche das Herzstück unserer drei Dörfer Rippenweier, Rittenweier und Heiligkreuz, ein Stück Heimat, ein Zufluchtsort in höchster Not, ein Ort der Geborgenheit im Glauben.“ Knopf erinnerte die Gemeinde an den Festgottesdienst der Fahnenweihe des MGV Rippenweier und den Festzug durch die drei Ortsteile, bei dem sie 1957 als Kind dabei sein durfte. Schließlich hielt sie das alte Gesangbuch in die Höhe, das ihre Familie am 9. März 1958 bei der Weihe der drei Turmglocken „Glaube, Liebe, Hoffnung“ geschenkt bekam.

Das Buch, das „die Konfis“ an diesem zweiten Advent dem „altehrwürdigen Kirchenlein von Heiligkreuz“ zum Geburtstag schenkten, hatte dagegen noch unbeschriebene Seiten. Maja Jüngert fasste das Anliegen zusammen, das die Jugendlichen mit ihrem Geschenk verbinden:

„Wie viele Gebete wurden im Laufe der Jahrhunderte aus dieser Kirche in den Himmel gerufen?! Wie viele Menschen haben hier in dieser Kirche ihre Freude mit Gott geteilt?! Wie viele Tränen wurden in den zurückliegenden 775 Jahren hier schon geweint?! – Ach, könnten diese Mauern doch sprechen und uns erzählen von der Jahrhunderte alten Sehnsucht nach Erlösung und Heil! – Wir wären tief berührt von dem, was wir hörten!

Wir Konfirmandinnen und Konfirmanden wollen unserer Kirche zum Geburtstag dieses Buch überreichen. Wir laden Sie ein, Ihre Wünsche und Gebete in dieses Buch und damit auch Gott ins Herz zu schreiben. Es soll dauerhaft einen Platz in dieser Kirche finden, damit die Menschen, die in dieser Kirche beten, ihre Sehnsucht mit uns allen teilen können.“

Oberkirchenrätin Dr. Cornelia Weber überbrachte als ständige Vertreterin des Landesbischofs Geburtstagsgrüße auch von der obersten Kirchenleitung. Mit ihrer Predigt über Jesaja 63 und das bekannte Adventslied „O Heiland, reiß die Himmel auf!“ öffnete sie die den Blick auch für die Bedeutung der Heiligkreuzer Kirche:

 „Seit nunmehr 775 Jahren hält auch Ihre schöne Kirche den Himmel offen: Seit 775 Jahren betreten Menschen diese Kirche, um sich der Nähe Gottes zu vergewissern. Sie treten ein und bringen ihre Ängste und Sorgen, aber auch ihre Hoffnungen und ihre Dankbarkeit vor Gott. … Mit ihrem Kirchturm weist diese Kirche mitten im Ort, zwischen Bergstraße und Odenwald direkt in den Himmel. Mit jedem Glockenschlag durchbricht diese Kirche den Alltag und erinnert uns an Gott, der größer ist als alles, was wir uns vorstellen können. Jeder Gottesdienst, der hier gefeiert wird, verweist auf den, dem wir unser Leben verdanken.“

Wie auch Pfarrer i. R. Wilfried Rupp würdigte Weber den über viele Jahrhunderte gewachsenen ökumenischen Geist, der von der Heiligkreuzer Kirche ausgeht. Denn wie wir wissen, wurde unsere Kirche lange Zeit von der evangelischen und von der katholischen Gemeinde gemeinsam genutzt. Das war nicht immer spannungsfrei: Es habe auch Zeiten gegeben, in denen zum Beispiel der katholische Priester die Messe besonders lange hielt, damit die Evangelischen bei Regen und Kälte vor der Tür warten mussten. Und doch steht diese Kirche durch ihre lange gemeinsame Nutzung als Zeichen der einen Hoffnung, die uns als Christinnen und Christen verbindet: Die adventliche Hoffnung, die der Dunkelheit trotzt und die damit rechnet, dass Gott selbst den Himmel öffnet und uns den Heiland schenkt.“

 „Gott sei Dank sind die Animositäten zwischen katholisch und evangelisch längst überwunden!“, erklärte Pfarrerin Martina Ade, die durch die Gottesdienstliturgie wie auch durch den anschließenden Empfang führte, der von dem Solisten Rolf Krämer und dem Organisten Christian Rupp musikalisch bereichert wurde. Dies konnte Gemeindereferentin Gabriele Mihlan-Penk in ihrem Grußwort nur bestätigen. Sie verwies auf die geschwisterliche Verbundenheit der beiden Konfessionen vor Ort und erinnerte an die Verantwortung für die Welt, die katholische und evangelische Christinnen und Christen gemeinsam wahrnehmen.

Weit über 25 Generationen hätten in der Kirche von Heiligkreuz schon Heimat gefunden, stellte Anja Blänsdorf schließlich in ihrem Grußwort als Ortsvorsteherin fest. Gemeinsam mit Heide Maser überbrachte sie 100 Euro von der Stadt Weinheim. Ihre Spende ergänzt die vielen anderen Geburtstagsgaben, die die katholische Nachbargemeinde und die anderen Gottesdienstbesucher an diesem Festtag in das „altehrwürdige Kirchlein“ brachten.

Beim Festgottesdienst kamen insgesamt 521, 50 Euro zusammen. Die Gelder sollen der anstehenden Sanierung der Kirche zugutekommen. Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen, die das Sanierungskonto schon seit vielen Jahren füllen.

Nach aktueller Planung soll die Sanierung Anfang 2019 beginnen. Von den erforderlichen rund 80.000 Euro Eigenmitteln fehlen jetzt nur noch rund 12.500 Euro. „Es ist beachtlich, wie viele Spenden diese kleine Gemeinde schon sammeln und zurücklegen konnte. Ich bin sicher: Auch der noch fehlende Betrag wird sich einfinden.“ Die Gemeinde von Heiligkreuz-Oberflockenbach freut sich über weitere Gaben auf das Spendenkonto bei der Volksbank Kurpfalz H&G-Bank eG: DE 05672901000051902718 (IBAN). Spendenbescheinigungen stellt das Pfarramt zeitnah aus.

Autorin: Pfarrerin Martina Ade

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erschienen am 11. Dezember 2017

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung / rnz.de


erschienen am 20. Dezember 2017

Quelle: Weinheimer Woche


 
Kirchengemeinde Heiligkreuz-Oberflockenbach im Internet

Quelle: wikipedia
Quelle: rss

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